Krebs

Es ist Zeit Abschied zu nehmen

Es ist der 7. Februar 2019 an einem Mittwoch, als ein Engel sich auf eine Reise zurück nach Hause begibt!

Du meine große Kämpferin, die stets so viel Lebensfreude und Mut hatte, schließt das letzte Mal deine Augen auf Erden. Es ist Zeit von dir Abschied zu nehmen, von dir meine liebste Freundin, meine Lebensgefährtin.

Du warst eine Freundin, eine Kollegin, eine Tochter, eine Ehefrau und in erster Linie ein wunderbarer Mensch, der das Leben liebte, wie kein Anderer! 

Mit Stolz und furchtlos hast du Allem, was dir im Weg stand, die Stirn geboten. Nie hast du dich beklagt oder deine Mitmenschen dabei vergessen. Dabei warst du stets so ehrlich und authentisch. 

Wir haben zusammen gelacht, gestritten, geträumt und geweint und ich werde jede einzelne Sekunde davon vermissen.

Als dein letzter großer Kampf begann, hast du nie aufgegeben! Furchtlos bist du der Krankheit gegenübergetreten. 

„Ich werde den Krebs so oder so besiegen. Entweder bin ich geheilt und er ist weg oder er stirbt mit mir. Aber dann ist er auch tot!“ 

Nun hast du ihn für immer besiegt! 

Ich bin unendlich stolz auf dich!

Gute Reise mein Engel… 

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.

-Rainer Maria Rilke-
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Der Tag, der alles veränderte… (Teil 3)

„Ich habe eine Metastase im Kopf, sie ist 5x6cm groß und ich werde nächste Woche operiert“ lese ich auf meinem Telefon an einem Freitagabend während ich gerade mit meinem Mann zu Abend esse.

Stille, Ohnmacht…

Während mein Mann mich schockiert anstarrt, lese ich die Nachricht nochmal laut vor. Wut steigt in mir hoch, Tränen schießen mir in die Augen und ich fange an zu schreien. Es muss alles raus, die Wut und die unendliche Enttäuschung. Warum nur???

Und da ist es wieder, das Gefühl der Machtlosigkeit, der Abgrund und dieses Mal die Angst vor der Endgültigkeit. 

Wochen vergehen und an den meisten Tagen habe ich nur noch große Angst. Täglich erreichen mich Nachrichten und sie sind nicht gut, sie sind gar nicht gut!

Halbseitige Lähmung, Wundheilungsstörungen, Depression, Magensonde, Lungenpunktion…

Tagtäglich erreichen mich Nachrichten, die sich wie eine schwere Last an meinen Kopf festklammern. Jedes Mal zucke ich zusammen, wenn eine Nachricht auf dem Telefondisplay aufpoppt oder das Telefon klingelt. An manchen Tagen bin ich einfach nur ohnmächtig und kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. 

Wie viel Zeit bleibt uns noch frage ich mich, traue mich aber nicht es laut auszusprechen. Und dann kommt die Antwort, ungefragt, ganz von alleine und sie ist so furchtbar endgültig!

2-6 Wochen heißt es! Dann ist es vorbei! 

Krebs ist ein Arschloch!!!Read more...

Der Tag, der alles veränderte… (Teil 2)

Eineinhalb Jahre ist es her (Stand Juni 2018), als ich die E-Mail bekam, in der mir meine Freundin mitteilte, sie habe Brustkrebs! Eineinhalb Jahre ist es her und es fühlt sich wie gestern an. Ich weiß nicht warum, aber manchmal versuche ich mich zu erinnern, was danach passierte, als ich die Toilettenkabine (mein Fluchtort) wieder verließ. Wie habe ich weitergearbeitet? Wie bin ich nach Hause gekommen? Was habe ich an dem Wochenende nach der Diagnose gemacht? All diese Gedanken kreisen häufig in meinem Kopf. Als ob dies an der Gesamtsituation etwas ändern könnte! 

Die Wahrheit ist, ich kann mich nicht mehr an alles erinnern und manchmal wünsche ich mir, dass alles sei nie passiert und nur eine entfernte Erinnerung aus einem Buch oder einem Film. Ich wünschte es wäre so!

Für mich waren die letzten Monate, als meine Freundin gegen den Krebs kämpfte wahrscheinlich die schwersten meines Lebens. Ich hatte mich zuvor nie mit so einem Schicksalsschlag auseinandersetzen müssen und bin bis heute mit der Situation an manchen Tagen völlig überfordert. 

Es ist die Hilflosigkeit und die Tatsache, dass man nichts machen kann, was psychisch am meisten zusetzt. Auch die Ungewissheit, wie es weitergeht, lässt einen ständig vor einem Abgrund stehen. Alles was bleibt ist die Hoffnung, dass alles wieder gut wird.

Gleichwohl die letzten Monate für meine Freundin ein Kampf waren und ich aus Respekt vor ihr keine Einzelheiten nennen werde, war es für mich eine Zeit der Erkenntnis.

Ich schämte mich lange das zuzugeben und auszusprechen, denn wie kann man über etwas froh sein, das aufgrund des Unglücks eines nahen Menschen entstanden ist.… Read more...

Der Tag, der alles veränderte… (Teil 1)

„Ich habe Brustkrebs und er ist bösartig“, nur dieser eine Satz, jedoch so mächtig, dass ich den Tag, an dem er fiel wahrscheinlich nie im Leben vergessen werde. 

Es ist ein Donnerstag im März 2017 und ich habe die Aufsicht während eines Assessment Centers. Es ist still, 6 Kandidaten bereiten sich auf die nächste Aufgabe vor, neben mir sitzt eine externe Kollegin, die uns bei den ACs unterstützt.  Ich arbeite ein paar E-Mails ab, die sich seit letzter Woche angesammelt haben, während ich in den Vorbereitungen für die ACs steckte. Ich genieße die Stille und die E-Mails schreiben sich wie von selbst. Wieviel Produktivität so eine Stille manchmal bewirken kann. Jeder der in einem Großraumbüro arbeitet, kann es bestimmt nachvollziehen, denke ich mir. Ich bin sehr zufrieden, denn die ACs laufen gut und heute Abend kann ich in das ersehnte lange Wochenende gehen. Und als ich darüber philosophiere, was ich alles am Wochenende erleben und wo ich Essen gehen möchte, macht es „Ding“. Eine neue E-Mail kommt reingeflattert. 

Es ist meine Freundin, sie hatte vor paar Tagen eine Biopsie, da sie zuvor einen Knoten in ihrer Brust ertastet hatte und ihr Arzt auf Nummer sicher gehen wollte. Zum Glück meldet sie sich, eine gute Nachricht vor dem Wochenende, denke ich mir. Auch wenn bestimmt alles gut ist, freue ich mich, dass sie schreibt und es nochmal bestätigt. 

Ich lese die E-Mail …

„Ich habe Brustkrebs und er ist bösartig…“

Schreit mich von dem Bildschirm an! Dieser eine verdammte Satz! Es ist Krebs!!!… Read more...