Der Tag, der alles veränderte… (Teil 2)

Eineinhalb Jahre ist es her (Stand Juni 2018), als ich die E-Mail bekam, in der mir meine Freundin mitteilte, sie habe Brustkrebs! Eineinhalb Jahre ist es her und es fühlt sich wie gestern an. Ich weiß nicht warum, aber manchmal versuche ich mich zu erinnern, was danach passierte, als ich die Toilettenkabine (mein Fluchtort) wieder verließ. Wie habe ich weitergearbeitet? Wie bin ich nach Hause gekommen? Was habe ich an dem Wochenende nach der Diagnose gemacht? All diese Gedanken kreisen häufig in meinem Kopf. Als ob dies an der Gesamtsituation etwas ändern könnte! 

Die Wahrheit ist, ich kann mich nicht mehr an alles erinnern und manchmal wünsche ich mir, dass alles sei nie passiert und nur eine entfernte Erinnerung aus einem Buch oder einem Film. Ich wünschte es wäre so!

Für mich waren die letzten Monate, als meine Freundin gegen den Krebs kämpfte wahrscheinlich die schwersten meines Lebens. Ich hatte mich zuvor nie mit so einem Schicksalsschlag auseinandersetzen müssen und bin bis heute mit der Situation an manchen Tagen völlig überfordert. 

Es ist die Hilflosigkeit und die Tatsache, dass man nichts machen kann, was psychisch am meisten zusetzt. Auch die Ungewissheit, wie es weitergeht, lässt einen ständig vor einem Abgrund stehen. Alles was bleibt ist die Hoffnung, dass alles wieder gut wird.

Gleichwohl die letzten Monate für meine Freundin ein Kampf waren und ich aus Respekt vor ihr keine Einzelheiten nennen werde, war es für mich eine Zeit der Erkenntnis.

Ich schämte mich lange das zuzugeben und auszusprechen, denn wie kann man über etwas froh sein, das aufgrund des Unglücks eines nahen Menschen entstanden ist.… Read more...